17. + 18. Juni 2017

Programm

Beginn: Samstag, 17. Juni 2017, 11 Uhr
Ende: Sonntag, 18. Juni 2017

Willkommen an Bord. Wir haben Lust, zusammen zu  tanzen, uns von Kunst und Performances inspirieren zu lassen, in Workshops stadtpolitische Themen zu diskutieren, die Stadt zu erkunden. Wir wollen euch einladen, zu experimentieren, zu beobachten, Räume zu verändern, zu schaffen und an einem Output zu werkeln, oder einfach beim Sonnenuntergang an der Hafenkante abzuhängen. Aktivist*innen, Stadtplaner*innen, Architekt*innen, Wissenschaftler*innen und Künstler*innen begleiten euch tagsüber bei neuen Erfahrungen. Durch die Nacht und den Sonntag bringen euch unsere unermüdlichen Bands und DJ´s. Beim gemeinsamen Essen, Tanzen und Trinken gibt es viel Raum, sich kennenzulernen und über Erlebtes auszutauschen. Nach einem Frühstück am Sonntag wollen wir Outputs aus den verschiedenen Workshops präsentieren. Als Abschluss des Festivals gibt es Raum für eine gemeinsame interventionistische Aktion.

Werkstätten Programm

Am Samstag werden tagsüber in zwei Blöcken Workshops angeboten.
Es wird Folgende zur freien Wahl geben:

The journey of a collective body / Observers of the event
In this workshop we will become a collective body of spectators.

Two different approaches will lead the process: On one hand, we will use the choreographic exercise of The Chair Game in order to learn how to move collectively and to place ourselves in the position of observers of public spaces and everyday life situations. On the other hand we will conduct a research on the double condition of being the spectator and – at the same time – an object in somebody else’s field of vision.

Our central idea is to produce estrangement towards everyday life, exercise complicity as a group and to train our capacities of movement based on collective principles.

Lucia Gauchat Schulte and Anne Line Gertz are two architecture students who did their Bachelor together at the University of Arts in Berlin. They got introduced to the The Chair Game in a workshop at the University led by the film and video artist Isabell Spengler and the performing artist Diego Agulló.


Street Photography

Hans Praefke ist ein Berliner Fotograf und ein alter Hase. Er hat diverse Workshops zum Thema Fotografie angeleitet und selbst für die „Sibylle” fotografiert. In diesem Workshop werdet ihr lernen, wie ihr in der Öffentlichkeit fotografiert, worauf ihr bei Bildkompositionen achten solltet, wie ihr mit Licht und Schärfe spielt. Nach einem Theorieteil schwärmt die Gruppe in Hamburg aus um Situationen, Menschen, Tiere, Pflanzen und Gebäude zu dokumentieren. Smarte Telefone eignen sich, Kameras können mitgebracht werden.
Zurück auf der Stubnitz werden im “Studio” von jedem die besten Shots ausgewählt. Sie werden gedruckt und in der Stadt aufgehangen. Am Sonntag gibt es optional eine Ausstellung von euch und ein Film mit den Fotos und den anderen Workshop Outcomes wird auf der Stubnitz ausgestrahlt. Alles kann, nix muss. http://www.hanspraefke.de/


Solizentrum Lübeck

Das Solizentrum Lübeck steht als Beispiel für die erfolgreiche Besetzung eines leerstehenden Hauses und die erfolgreiche Einrichtung eines sozialen Freiraumes. Zwei von Anfang an beteiligte Menschen werden in diesem Workshop das Solizentrum und die integrative und antirassistische Arbeit vorstellen und mit euch die Fragen diskutieren, warum es solche Freiräume in einer Stadt braucht und welche Vorteile es bringt, nicht mit institutionellen Trägern zusammenzuarbeiten, sondern unabhängig zu sein.


Kritischer Stadtrundgang und -aktionismus

Wem gehört die Stadt? Verdrängung von Menschen findet nicht nur aufgrund der Umwandlungen von Miet- in Eigentumswohnungen oder steigenden Mieten in den Häusern statt, sondern auch durch Privatisierungen, Kommerzialisierung, bauliche Maßnahmen und Repression in den Räumen dazwischen. Betroffen sind vor allem soziale Gruppen, die ihren Aufenthalt nicht durch Kaufkraft legitimieren und/oder nicht den bürgerlichen Vorstellungen entsprechen.

Im ersten Block werden wir uns auf die Suche nach den Orten und Formen der Verdrängung begeben. Im zweiten Block werden wir zusammen unsere Beobachtungen und Erkenntnisse reflektieren, Aktionen erdenken und diese gemeinsam auf die Straße tragen – um auf die Missstände in unserer Stadt aufmerksam zu machen.

Betreut wird die Werkstatt von Marco Alexander Hosemann, der Urban Design an der HafenCity Universität Hamburg studiert, als freier Autor und Referent im Themenfeld Stadt- und Baukultur arbeitet und sich im City-Hof e.V., Bündnis Stadtherz und Netzwerk „Recht auf Stadt“ Hamburg engagiert.


Grafischer Kommentar

Werkstatt mit Ulrike Haseloff, einer Berliner Grafikerin, die euch die Grundlagen von Komposition und Typografie vermittelt. In der Hansestadt wird nach Situationen gesucht, die gefallen oder nicht gefallen. Ulrike stellt die Frage, was ist Schönheit?
Anschließend könnt ihr versuchen euren Gedanken zu Menschen und Stadt Ausdruck zu verleihen und einen Kommentar im öffentlichen Raum zu hinterlassen, d.h. Plakate an euren ausgewählten Orten aufzuhängen. Interaktion und Intervention. Es kann Architektur oder Graffiti kommentiert werden, auf Schönheit, Missstände und Details der Stadt aufmerksam gemacht, eine Geschichte eines Ortes erzählt oder ein Witz gerissen werden (Wo wohnen Katzen? …In Miezhäusern). Auch hier können die Ergebnisse am Sonntag in der Öffentlichkeit oder auf der Stubnitz ausgestellt werden. http://www.ulrikehaseloff.de/


Dokumentationsfilm zu alternativer Stadtpolitik

Matthias Coers ist ein Filmemacher und Soziologe aus Berlin. 2014 erlangte er mit seiner Dokumentation Mietrebellen – Widerstand gegen den Ausverkauf der Stadt internationale Aufmerksamkeit. Auf unserem Festival wird der Film geschaut. Anschließend lädt Matthias zur Diskussion über den Streifen und über Alternativen zur neoliberalen Stadtpolitik ein. Außerdem stellt er abends seinen neuen Dokumentarfilm Das Gegenteil von Grau vor, der sich mit urbanen Initiativen für Freiraumgestaltung und solidarischem Miteinander im Ruhrpott auseinandersetzt.
Mehr über Matthias und seine Arbeit auf http://www.zweischritte.berlin


Predictions : Constructions (englisch)

Peter Cant & Alex Eisenberg

The polls got it wrong; the worst horse won the golden cup; the weather forecast predicted plain sailing.

Artists Peter Cant and Alex Eisenberg will lead a group workshop on the theme of making (or faking) predictions in the city. Their practice includes writing, documenting and performing. Over the course of the day  they will introduce a variety of methods for predicting the future, from crystal balls and long-distance telepathy (which only works across an ocean) to data mining (Cambridge Analytics) and dreaming (shamanism & process-oriented psychology). Participants will then be invited to deliver their prophecies in Hamburg’s public spaces.
The workshop is open to artists, writers, composers, performers, photographers, dancers, pollsters, gamblers, investment bankers and big-data analysts in english language.
Since 2008 Peter Cant and Alex Eisenberg have explored, documented and performed ‘the city’ in an artistic collaboration embracing happenings, camp, chance, theatre and situationist thinking.


Failed Architecture (englisch)

Charlie Clemoes studierte Urban Studies an der UCL, lebt derzeit in Amsterdam und schreibt über Wohn-, Miet- und Stadtraum. Als Teil von Failed Architecture beschäftigt er sich mit gescheiterten und scheiternden Architekturprojekten und bietet weltweit verschiedenste Werkstätten zu diesem Thema an. In Vortrag, Austausch und Diskussion werdet ihr euch mit dem „Golden Pudel Club“ und dessen Situation vor und nach dessen Brand im Kontext kultureller Räume und ihrem Entstehen und Verschwinden auseinandersetzen. Club-Culture und deren Auswirkung auf die Stadt(-kultur) ist Schwerpunkt des Workshops.

BLOG: https://www.failedarchitecture.com/


Mietshäuser Syndikat

Selbstorganisiert wohnen – solidarisch wirtschaften!

Sie beraten selbstorganisierte Hausprojekte, die sich für das Syndikatsmodell interessieren/entscheiden. Sie beteiligen sich an Projekten, damit diese dem Immobilienmarkt entzogen werden. Sie helfen mit Know How bei der Projektfinanzierung. Sie initiieren neue Projekte. Mit dem Ziel “ein Dach übern Kopf für alle” und mit dem Weg “Lieber 100 Freunde im Rücken als eine Bank im Nacken”! Das Wohnprojektprojekt ‘freie hütte’ und das selbstverwaltete Arbeitsprojekt schickSAAL* aus Lübeck stellen sich in einem Workshop auf dem Stadt/Raum/Schiff vor.


Wohnzimmerbesuche

Florine, gebürtige Hamburgerin und frische Bachelor-Absolventin in Architektur (UdK Berlin) wird mit euch Hamburgs Wohnzimmer besuchen. Im Gespräch mit den Bewohner*innen will sie mit euch untersuchen, ob und wie Wohnzimmer Ausdruck verschiedener Lebensrealitäten sind und durch Vergleiche herausfinden, ob sie Rückschlüsse auf die Lebensqualität geben können.


Yuppies raus!? – Einführung in soziologische Konzepte zu Gentrifizierung, städtischem Wandel und aktuellen Debatten rund um die kapitalistische Stadt

Warum wird Wohnen immer teurer? Sind es wirklich die zugezogenen Leute im schicken neuen Café um die Ecke, die daran schuld sind? Warum soll Wohnraum eigentlich als Kapitalanlage gedacht werden und weshalb, um Himmels willen, reden angesichts Globalisierung und global greifendem Kapitalismus alle über die Bedeutung der Großstädte in der westlichen Welt? Dieser WS soll euch einen praxisnahen Überblick über Ursachen und Erklärungsansätze von Gentrifizierung geben und parallel ergründen, wie wir uns Stadt und städtischen Wandel soziologisch und politisch erklären können, um eine umfassendere Kritik an der kapitalistischen Stadt des globalen Nordens leisten zu können.

Lara und Marieke arbeiten am Lehrbereich Stadt- und Regionalsoziologie an der HU Berlin und sollten dort auch gerade ihre Bachelorarbeiten schreiben anstatt Workshops auf schönen Festivals zu geben.

In die Gänge kommen
Das Gängeviertel ist eines von Hamburgs Paradebeispielen einer erfolgreichen Mobilisierung gegen einen Abriss historisch wertvoller Architektur und für die Schaffung eines kulturellen Freiraums.Mit einer Mischung aus politischem Engagement, Kunst und Sozialem, Raum zum Austausch und zum Kritik üben hat das Gängeviertel seit 2009 viel internationale Aufmerksamkeit bekommen.

Claudia Sello aus dem Beirat des Gängeviertels wird euch den vielschichtigen Ort zeigen und die Geschichte, den Ort heute und die Umgebung näher bringen.


Hallo Festspiele
Zu den Hallo Festspielen versammeln sich jährlich Menschen, die sich mit Architektur, Design, Kunst, Städtebau, Musik, Film und allem dazwischen und drum herum beschäftigen. Für eine Woche schaffen sie in Hamburg einen Raum, um Fragen aufzuwerfen, sich auszutauschen und zu experimentieren. Auf einer Fahrradtour zu ihrem Wirkungsort Kraftwerk Bille mit einigen Zwischenstopps erzählen euch die Co-Organisatorinnen der Festspiele Dorothee Halbrock und Alice Barkhausen von ihren Projekten. Lasst euch überraschen, oder guckt euch schon mal ihre Website an.


Spielraum Stadt mit Fréderic de Pourtales
Fredo zeigt euch wie man sich die Straßen, Architektur, Innenhöfe und urbanen Räume Hamburgs als Brettspiel vorstellt. Mit Würfeln und Elan spielt ihr euch in der Stadt zu neuen Perspektiven und neuen Orten. Miteinander und gegeneinander spielend gebt ihr dem Stadtraum im Stadtraumschiff neue Funktionen.

Lineup